Energiestrategie des Kantons Bern

2000-Watt-Gesellschaft

Die vom Regierungsrat im Juli 2006 verabschiedete und vom Grossen Rat im November des gleichen Jahres zur Kenntnis genommene Energiestrategie des Kantons Bern beinhält:

  • Als Fernziel eine 2000-Watt-Gesellschaft. Heute verbrauchen Bernerinnen und Berner pro Kopf rund 6000 Watt. Als Zwischenziel strebt die Regierung bis 2035 eine 4000-Watt-Gesellschaft an.
  • Bis 2035 sollen folgende Ziele erreicht werden:
    • Wärmeerzeugung: 70% aus erneuerbaren Quellen (2006: 10%).
    • Treibstoffproduktion: 5% aus Biomasse (2006: <1%).
    • Stromproduktion: 80% aus erneuerbaren Quellen und ohne Kernenergie (2006: 60%).
    • Energienutzung: 20% weniger Wärmebedarf, höhere Energieeffizienz bei Industrie und Gewerbe.
    • Raumentwicklung: Kantonaler Versorgungsrichtplan, Energierichtpläne für Gemeinden.
    • Versorgungssicherheit: Flächendeckende Versorgung, wenig Unterbrüche.
    • Eigentümerstrategie: Ausformulierte Eigentümerstrategien für Beteiligungen des Kantons an Energieproduzenten und –lieferanten.

Neue Priorität: CO2-Senkung

Die 2000-Watt-Gesellschaft geht auf eine an der ETH Zürich entwickelte Vision zurück. Allerdings änderte die ETH im Februar 2008 ihre Prioritäten. In ihrer damals präsentierten neuen Energievision steht statt der Senkung des Energieverbrauchs die Reduktion der CO2-Belastung im Zentrum. Zum Schutz des Klimas wird bis Ende des Jahrhunderts eine 1-Tonnen-CO2-Gesellschaft angestrebt. 2008 betrug der jährliche CO2-Ausstoss in der Schweiz neun Tonnen pro Kopf. Trotz unterschiedlichen Akzenten, betont die ETH, dass zwischen den beiden Visionen kurzfristig keine grundlegenden Divergenzen bestünden.