Volkswirtschaftlicher Nutzen Kernenergie

Gas generiert weniger Wertschöpfung

In der Debatte um Kernkraftwerke ist auch der volkswirtschaftliche Nutzen solcher Anlagen zu berücksichtigen. Da erneuerbare Energien in nächster Zukunft Kernkraftwerke nicht werden ersetzen können, stehen als Überganslösungen Gas- und Dampfturbinenkraftwerke (GuD) und Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen (WKK) zur Diskussion.

Eine Studie des Basler Forschungsinstituts BAK Economics von 2007 vergleicht den volkswirtschaftlichen Nutzen des Kernkraftwerks Mühleberg (KKM) mit einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) mit einer Leistung von 550 Megawatt.

In Mio. Franken Kernkraftwerk
Mühleberg (KKM)
Gas- und
Dampfturbinenkraftwerk (GuD)
Wertschöpfung direkt 94 69
Wertschöpfung indirekt 24 3
Wertschöpfung total 118 72

Für den Kanton Bern ist die Wertschöpfung des KKM über 60 Prozent höher als die eines GuD. Grund: Beim Gaskraftwerk fällt durch die Beschaffung des Gases ein hoher Teil der Wertschöpfung im Ausland an. Pro erzeugte Megawattstunde generiert das KKM eine Wertschöpfung von 3.2 Rappen, das GuD 2.1 Rappen. Während das KKM direkt und indirekt rund 500 Arbeitsplätze sichert, sind es bei einem GuD insgesamt 76. An Steuern liefert das KKM 15 Millionen Franken, ein GuD elf Millionen.

Was bringts wirklich?

Wie viele Arbeitsplätze durch die Förderung erneuerbarer Energien nachhaltig geschaffen werden können, ist umstritten. Es gibt zwar zahlreiche Studien, doch mit teilweise sehr unterschiedlichen Resultaten.

Eine Studie der Beratungsfirma McKinsey von 2010 kam zum Schluss, dass durch Effizienzmassnahmen und erneuerbare Energien in der Schweiz bis 2020 mehr als 25'000 Arbeitsplätze geschaffen werden können. Eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle zeigte 2004 hingegen, dass Investitionen in erneuerbare Technologien praktisch keine Beschäftigungseffekte bewirken. Und eine Studie der Bank Sarasin von 2007 legte dar, dass die Solartechnologie in Deutschland kaum nachhaltig Arbeitsplätze geschaffen hat, da vor allem im Ausland produziert wird.