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 04.07.2019

Bund

Verwaltung soll klimaneutral werden

Die Bundesverwaltung soll klimaneutral werden. Der Bundesrat will den CO2-Ausstoss stärker senken als bisher. Das Rezept: unter anderem mehr Elektromobile und weniger fliegen.

Vergangene Woche war Umweltministerin Simonetta Sommaruga mit ihrem «Klimapaket Bundesverwaltung» noch aufgelaufen. Diesmal aber hat das Gremium den Vorschlag gutgeheissen. Er setzt der Bundesverwaltung ehrgeizigere Ziele als bisher in der Reduktion von Treibhausgasen, damit sie ihre Vorbildfunktion verstärkt wahrnimmt, wie dies mit der Energiestrategie 2050 beschlossen worden ist.

Laut Mitteilung des Bundesrats sieht der Plan konkret vor, dass die zivile Bundesverwaltung und ihre dezentralen Einheiten wie die ETH bis Ende 2030 die Emissionen, verglichen mit dem Jahr 2006, um 50 Prozent reduzieren. Der militärische Teil, der im Vergleich mit dem zivilen das Fünffache an CO2 ausstösst, soll mindestens 35 Prozent weniger emittieren als 2001. Die restlichen Treibhausgasemissionen sollen vollständig durch Emissionszertifikate im Ausland kompensiert werden. Es sei ein Effort, der sich lohne, sagte Bundesrätin Sommaruga vor den Medien. Er lohne sich für die Umwelt, aber auch für den Werkplatz Schweiz, denn Investitionen lösten Aufträge aus, die Arbeitsplätze sicherten.

Flugkilometer reduzieren
Zur Erreichung dieser Ziele setzt der Bundesrat mehrheitlich auf bisherige Massnahmen. Diese werden aber verstärkt. So sollen Bundesangestellte künftig weniger fliegen. Etwas mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses der zivilen Verwaltung ist auf Flugreisen zurückzuführen. Bei der Erneuerung der Fahrzeugflotte soll die Verwaltung stärker auf energieeffiziente Fahrzeuge umstellen. Das für die Flotte zuständige Verteidigungsdepartement muss bis Ende 2020 die Weisung dazu revidieren. Auch sollen mehr elektrisch betriebene Fahrzeuge angeschafft werden. Bei den Neuzulassungen soll bis 2020 mindestens jedes fünfte Fahrzeugelektrisch betrieben sein. Personenwagen sollen grundsätzlich maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen und der Energieeffizienz-Kategorie A oder B angehören.

Ladestationen für Elektroautos
Verwaltungsgebäude des Bundes will der Bundesrat mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausrüsten lassen. Dazu soll bis Mitte 2020 ein Konzept erarbeitet werden mit Priorisierung der Standorte sowie Angaben zu den Kosten und den CO2-Einsparungen. Der Strom muss aus erneuerbaren Quellen stammen. Weiter will der Bundesrat, dass die Gebäude der gesamten Bundesverwaltung energetisch saniert werden. Die zuständigen Departemente sollen bis Mitte 2020 die Planung, die Kosten und die CO2-Einsparungen aufzeigen. Zudem sollen sie Kriterien für Ausnahmen definieren. Grundsätzlich seien die in der Revision des CO2-Gesetzes vorgeschlagenen CO2-Grenzwerte pro Quadratmeter Fläche einzuhalten. Geeignete Dächer und Fassaden der Bundesverwaltung sollen für die Produk-tion von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien genutzt werden. Auch dazu soll ein Konzept erarbeitet werden, das die Investitionskosten und die CO2-Einsparungen aufzeigt. Die Bundesverwaltung bezieht bereits heute 100 Prozent erneuerbaren Strom, produziert diesen aber nur zu einem kleinen Teil selbst.
(Quelle: NZZ)

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