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 08.07.2019

Energie Wasser Bern

Energiespeicher in Bern als Weltpremiere

Der Stadtberner Energieversorger EWB steht vor einer Weltpremiere. Das Unternehmen will im Untergrund Wärme saisonal speichern.

Energie Wasser Bern (EWB) hat grünes Licht für Erdwärmebohrungen auf dem Areal der Energiezentrale Forsthaus in Bern bekommen. Die Nutzung der dort anfallenden Wärme will der Versorger künftig mittels eines saisonal betriebenen Geospeichers optimieren. Die behördliche Bohrbewilligung hatte die EWB schon im Oktober 2018 erhalten. Nun haben auch die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat ihre Zustimmung erteilt.  

Etappenweises Vorgehen
Bereits vor einem Jahr hatte der Bund entschieden, das Pilotprojekt mit dem Namen «Geospeicher Forsthaus» zu fördern.
Herkömmliche Geothermiespeicher basieren entweder auf Erdwärmesondenfeldern oder auf Grundwassernutzungen. In Bern sollen erstmals Sandsteinschichten als Speicherreservoir mittels Horizontalbohrungen erschlossen werden. Das wäre eine weltweite Premiere, erklärte EWB. Die Wärmespeicherung mittels Geospeicher ermögliche es, ein effizientes System mit sehr kleinem Platzbedarf zu realisieren. Dabei geht man in Etappen vor.

Zuerst soll die technische Machbarkeit nachgewiesen werden, bevor der saisonale Geospeicher an die Energiezentrale und ans Fernwärmenetz angeschlossen und in Betrieb genommen wird. Die Bohrungen sind bezüglich Tiefe und eingesetzten Bohrmaschinen mit herkömmlichen Erdwärmesondenbohrungen vergleichbar.  

Abwärme besser speichern
Doch warum braucht es überhaupt ein Speichersystem? Die EWB betreibt in der Energiezentrale Forsthaus eine Kehrichtverwertungsanlage, ein Holzheizkraftwerk und ein Gas- und Dampf-Kombikraftwerk. Die daraus entstehende Wärme wird in das Fernwärmenetz der EWB eingespeist. Vor allem im Sommer kann jedoch die aus der Kehrichtverbrennung anfallende Wärme nicht vollständig genutzt werden.


Ein grosse Menge Abwärme wird ungenutzt in die Luft abgegeben. Im Winter wäre diese Abwärme hingegen sehr gefragt. Daher soll das Pilotprojekt die ungenutzte Abwärme mit einer thermischen Leistung von 3 bis 12 Megawatt in den Sandsteinschichten der Unteren Süsswassermolasse in einer Tiefe zwischen 200 und 500 Metern speichern. Die saisonale Nutzung umfasst Ladezyklen in den Sommer- und Entladezyklen in den Wintermonaten. In diesen wird die Wärme in das EWB-Fernwärmenetz abgegeben.
(Quelle: energate)

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